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Probleme

Verkehrskonzept für Bad Wilhelmshöhe?
Verkehr im Bergpark: Mulangstraße
Lärm im Kurgebiet


Weil er so bezeichnend ist, hier ein Ausschnitt aus einer »Verlags-Sonderseite« der HNA: »Der Bergpark Wilhelmshöhe ist derzeit herbstlich geschmückt. Autofahrer können sich in Richtung Rasenallee an der gelb-grünen Vielfalt erfreuen.« So soll man »Kassels schönste Seite« nach Ansicht des Schloßhotel-Betreibers erleben. (01.11.2003)

Immer dringender fehlt ein Verkehrskonzept für Bad Wilhelmshöhe.

Im Zuge der Planungen zum Museumspark Kassel-Wilhelmshöhe wurde von Stadtbaurat Bernd Streitberger ein »Umgehungsstraßen«-Plan präsentiert, der für den Bergpark und das Kurgebiet Bad Wilhelmshöhe in höchstem Maße schädlich, womöglich sogar fatal wäre. Quelle für diese Pläne und die Lage der Umgehungsstraße ist der unten aufgeführte Beitrag in der HNA vom 12.09.2003 unter dem irreführenden Titel »Zwei Varianten für Park-Entlastung«. Der Plan ist offensichtlich unausgegoren und stellt einen weiteren Versuch der Stadt Kassel dar, Welterbe-Planung ans Land Hessen zu delegieren; der Plan wurde offenbar nicht einmal vor seiner Präsentation mit dem Land abgesprochen. Das macht ihn aber nicht weniger gefährlich.

Karte und Kommentar
Der HNA-Artikel
Stellungnahme des Vereins »Bürger für das Welterbe – Park Wilhelmshöhe, Karlsaue und Wilhelmsthal e.V.«

Zur Erläuterung der Situation eine Karte auf Basis einer Zeichnung aus einem Kur-Prospekt von ca. 1935 (die Abbildung findet sich ohne die Linien am Anfang des Kapitels »Villenkolonie«).
Eingezeichnet sind:
Parkgrenzen (grün)
Verkehrsströme (rot)
geplante Straße (violett)
Ayurveda-Kurklinik (gelb)

Die rot markierte Straße, die innerhalb des Parks links am Lac entlangführt, ist die Mulangstraße. Nach rechts führt als dicke rote Linie die Tulpenallee, die weiter rechts in die Rasenallee übergeht. Quer durch den Park, mit Ableger zum »Kaskaden-Restaurant« führt die unsägliche »Kommunalstraße«, auf der jeder vollkommen legal mit dem PKW an Aqädukt, Pluto-Grotte und Löwenburg vorbeibrausen kann.
  Die violette Linie zeigt die Position der geplanten sogenannten »Entlastungs-Straßen« – die weiter gefaßte, offenbar zur Zeit favorisierte, ist die »Variante 2«, die engere die »Variante 1«. Diese Varianten, die beide komplett innerhalb der allerengsten Kernzonen des Welterbes liegen, sind die Antwort auf folgende falsche Frage: »Wie entlastet man nur das Museum – und zwar nur auf dem Grund und Boden des Landes?« Die richtige Frage wäre: »Wie entlastet man am sinnvollsten Park und Museum und Kurgebiet?«
  Das gesamte Areal auf der Karte inklusive des Hunrodsbergs (auf dem man oben den Asch-See erkennt) liegt im »Kurgebiet entspr. Bekanntmachung der Stadt Kassel vom 4.11.02«.

Ausgerechnet direkt vor der Ayurveda-Kurklinik treffen sich Wilhelmshöher Allee, Tulpenallee und die Steigungsstrecke der Mulangstraße:


Die lärm- und abgasreiche Einmündung der Mulangstraße in die Wilhelmshöher Allee. Nach rechts geht die Tulpenallee ab. Hinter dem historischen »Aufsichters-Haus« von ca. 1795 die Klinik.


(durch Daraufklicken springt eine größere Karte auf.)

Obwohl der Bergpark seit 17 Jahren (!) auf der Tentativ-Liste für das UNESCO-Welterbe steht, gibt es kein Verkehrskonzept, aber jede Menge Durchgangsverkehr und Chaos bei jeder Großveranstaltung. – Außerdem ist Kassel-Bad Wilhelmshöhe seit der Neu-Verleihung des Prädikats vor etwa drei Jahren deutschlandweit das einzige »Bad« ohne jedes Verkehrskonzept.
  Im Zuge des geplanten Ausbaus von Schloß und Nebengebäuden zum »Museumspark Wilhelmshöhe« werden Forderungen nach Verlegung des erheblichen Verkehrs auf der Tulpen- und Rasenallee laut. Zwischen Schloß und Marstall hindurch sowie an der Kurklinik vorbei fahren pro Tag je nach Quelle 8.000 bis 12.000 Autos.
  Der »Museumspark Wilhelmshöhe« ist eine großartige Idee, die für die herausragenden Kasseler Sammlungen, für die Initiative zur Europäischen Kulturhauptstadt 2010 und durch sinnvolle Planung von Verkehr und Tourismus auch für das Welterbe-Prädikat segensreich sein könnte. Diese Website mit ihren Hinweisen zum »Chinesischen Dorf Mou-lang« versteht sich ausdrücklich als Beitrag zu den Museumspark-Plänen.
  Die Planung dieser »Umgehungsstraße« aber bedeutet die Erwägung von Straßenneubau im Park Wilhelmshöhe und damit die buchstäbliche Zementierung der unhaltbaren Situation, daß es massiven Durchgangsverkehr im Bergpark und im Kurgebiet von Bad Wilhelmshöhe gibt. Es gibt keine »unwichtigen« Stellen im Park, schon gar nicht das parkhistorisch sehr bedeutende Gebiet des Neuen Wasserfalls, das schon jetzt durch den Verkehr auf der Tulpenallee schwer gestört wird.
  Diese neue Planung ist Flickwerk, bei dem das Vorhaben »Museumspark« auf Kosten von »Welterbe« und »Bad« gefördert würde.
  Am Ende des oben zitierten Beitrags in der HNA werden Überlegungen einer Straßenbahn-Wendeschleife im »Bereich Ballhaus/Schloßhotel« dargestellt. Alle diese Planungen finden im unbestrittenen Kernzonengebiet des künftigen UNESCO-Welterbes statt und verstoßen gegen die Welterbe-Statuten der UNESCO, die »Echtheit und Unversehrtheit« fordern.
  Was Welterbe und Museumspark und Bad Wilhelmshöhe brauchen, ist ein Verkehrskonzept, das von einem kompetenten Planungsbüro nach einem ergebnisoffenen Projektverlauf aufgestellt wird und in dem alle wichtigen Belange (Welterbe, Museen und Kur) Berücksichtigung finden. Wenn diese Planung nicht jetzt erfolgt, braucht man sich über die Zukunft von Welterbe, Museumspark und Kurbetrieb bald keine Gedanken mehr zu machen.

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Das Foto im nebenstehenden HNA-Beitrag zeigt die Tulpenallee mit Blick nach Süden, also zum Schloß hin. Hinten links sieht man die Gewächshäuser der Park-Gärtnerei. Wenige Meter hinter der Stelle, an der der Fotograf des Bildes stand, wäre bereits die Einmündung der fatalen Neubaustrecke.

Die Meldung in der HNA vom 12.09.2003 (durch Daraufklicken öffnet sich ein Fenster mit größerem Bild):


Das Areal des Neuen Wasserfalls
mit Blick über das Prinzenquell-Areal nach Harleshausen und Kassel. Das Idyll trügt: die unten rechts erkennbare Tulpenallee sorgt für eine ständige parkfeindliche Lärmkulisse. Die Einmündung der Neubaustrecke läge zu Füßen des hier gezeigten Hügels; dieses wertvolle Areal wäre auf unabsehbare Zeit zerstört. – Zitate von der Website des »Vereins Bürger für das Welterbe«:
»
Die Parkgestaltung im Bereich des Neuen Wasserfalls, dem jüngsten Teil des heutigen Parks, ist vielen Parkbesuchern unbekannt. Wilhelm IX. hatte das in dieser Gegend gelegene Gut Juliusstein erworben und dort eine Baumschule betrieben. Mit dem Beginn der Arbeiten am Neuen Wasserfall wurde zunächst die Baumschule verlegt. 1826 begann Karl Friedrich Steinhofer mit der eigentlichen Gestaltung des Neuen Wasserfalls. Er gilt als das bedeutendste Werk des Inspektors der Brunnen.
  Im Zuge des Baus des Neuen Wasserfalls wurde der Parkbereich in seiner Umgebung von Wilhelm Hentze angelegt und stellt die späte Entwicklung des Landschafts-Parks dar. Es wurde auf gebaute Parkelemente verzichtet und stattdessen »reine Natur« geschaffen. Durch die Pflanzung von Einzelbäumen, kleineren und größerer Baumgruppen wurden einmalige Parkräume geschaffen. An verschiedenen Stellen wird die umgebende Landschaft mit einbezogen.
«

Stellungnahme an die HNA von Prof. Hardy Fischer, dem Vorsitzenden des Vereins »Bürger für das Welterbe – Park Wilhelmshöhe, Karlsaue und Wilhelmsthal e.V.«:

Kassel, den 12.09.03

Sehr geehrter Herr Dr. Pézsa,
sehr geehrter Herr Siemon,

gestatten Sie mir einige Anmerkungen zu dem o.a. Artikel:
Hat man bisher auf den Hinweis nicht reagiert, die UNESCO würde entsprechend ihren Richtlinien Durchgangsverkehr einem Welterbe-Gartendenkmal ablehnen, legt man nun aufgrund der Museumsparkidee eine Hast an den Tag, die verwunderlich ist. Man kann vermuten, daß hier einiges präjudiziert werden soll. Denn eigentlich ist man sowieso der Meinung, die Welterbegeschichte sei allein Sache des Landes, zumindest zeigt man schon mal, wie das Land planen solle:

Wenn es um die Tulpenallee geht, dann nur eine kleine Verschwenkung auf jeden Fall auf dem Landesgrundstück. Nur ja keine Konsequenzen, die die Stadt tangieren könnten. Es geht aber darum, das unversehrte und echte historische Erbe (UNESCO-Richtlinien) zu schützen und von Seiten des Vertragsstaates – nicht von Seiten des Vereins – alles zu verhindern, was dem entgegenläuft. Deshalb sind die schnellen Vorschläge, die dies ignorieren, keine Lösung: Straßenneubau soll im Park (denn dort verlaufen die beiden Alternativen) durchgeführt werden.

»Dem Verein gehen diese Überlegungen längst nicht weit genug«, schreiben Sie. Nicht nur durch diese Äußerung, auch durch die Äußerungen vieler Bürger wird mir klar, dass man über das UNESCO-Welterbe, das Verfahren und die Rolle des Vereins falsche Vorstellungen hat. Zum Welterbe selbst habe ich einige Informationen angefügt, die zu kennen notwendig ist, um die Bemühungen um die Welterbebewerbung zu verdeutlichen. [bitte hier klicken] Sie sollten eigentlich allen Redakteuren, erst Recht allen städtischen Planern vorliegen, was ich hiermit versuche. Der Verein selbst wird oft in einem Licht gezeigt, als wolle er alles Mögliche verhindern. Dem ist nicht so. Es sind auch keine Vereinsmarotten, wenn wir etwas anmerken, sondern wir weisen nur auf die Regeln der UNESCO hin und auf die Probleme, die man selbst schafft, wenn man diese Regeln nicht einhält. Würden die Planungen und Überlegungen dem entsprechen, wären unsere Mahnungen vollkommen überflüssig und wir könnten uns dem zuwenden, was eigentlich unser Anliegen ist: Förderung des Welterbeanliegens als Dialog der Kulturen, Förderung der historischen Gärten, Förderung einer Welterbestadt Kassel.

Mit freundlichen Grüßen
Prof. Hardy Fischer
Vorsitzender »Bürger für das Welterbe – Park Wilhelmshöhe, Karlsaue und Wilhelmsthal e.V.«
www.kassel-welterbe.de

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Mulangstraße

Anlage und Konzept der Mulangstraße 1790
Heutige Situation
Aus dem Verkehrskonzept der Schlösserverwaltung
Verbesserungen


Um 1900 war der ursprüngliche Charakter der Mulangstraße noch wahrnehmbar; sie erfüllte ihre Funktion als Spazierweg für Kurgäste und als Park-Chaussee. Das Bild zeigt den oberen Teil der Chaussee, rechts ein Mulanghäuschen.


Der gleiche Blick 2003: die Straße ist zugeparkt, es gibt Durchgangsverkehr, Park und Chinesenhäuser sind durch Hecken verstellt.

Hofrat Stieders Bericht von 1790 von der Anlage der Parkchaussee Mulangstraße: »Jetzt kam auch die Anlage von noch einer Chaußee, (die man die 1.te südliche Chaußee bezeichnen könnte) hinzu. Sie fängt unten am Berge am Fuß des Lac’s bey der ersten Felsen-Masse unter Mou-lang an, läuft durch das Dorf und verliehrt sich von Osten gegen Westen hinter dem Thiergarten aus dem Gesichte. Um diese Gegend noch mehr zu verschönern und von der entgegen gesetzten Seite noch merkwürdiger zu machen, sind in der Folge noch einige Häuser aufgebaut worden. [Die Chaussee] hat ihre besonderen Abwechslungen und eigentümliche Schönheiten, besonders wenn man sie von Westen nach Osten paßirt. Kommt man den Berg hinunter, so erblickt man gerade vor sich eine schöne Gegend, welche fast nirgends sichtbar wird; gerade vor und auch neben sich hat man die Häuser, rechter Hand stehet eine Windmühle und linker Hand eine kleine Pagode, welche ein Wäldchen von Lerchenbäumen von dem übrigen Theile von Mou-Lang absondert.«*1
  Diese Chaussee, die heutige Mulangstraße, war also als eine Mischung aus Parkchaussee und idyllischer Dorfstraße gedacht, auf jeden Fall aber in ihrer gesamten Länge von der Wilhelmshöher Allee bis zur Löwenburg-Chaussee als gestalteter Teil des Landschaftsparks Wilhelmshöhe.

Prof. Hardy Fischer sendet und kommentiert das folgende Zitat:
»
Verläßt man endlich diesen Wohnplatz der Ruhe und gehet über den nahen, in vielen Krümmungen und Abfällen bis in den benachbarten großen See sich
ergießenden Bach, so kommt man zu dem an der südlichen Anhöhe liegenden Dorfe Mu-Lang. Da der Geschmack der hier vormals im chinesischen Styl erbaueten verschiedenen Häuser dem Clima dieser Gegend nicht angemessen war, so sind selbige in neuerer Zeit verändert und zum Theil zu einer Schweizerey nützlich angewendet worden. Das Ländliche dieser Anlage, welches besonders mit der Pracht des gegenüber liegenden Schlosses Wilhelmshöhe contrastirt, kann nicht ermangeln, dem fühlenden Anschauer Vergnügen zu gewähren.
«*3
  Auch hier wurde das für die »Schweizerey«, also Milchviehhaltung notwendige Weideland für die Errichtung der Villenkolonie Mulang verkauft
(siehe den Text unter »Villenkolonie« / »Zwei Texte zur Gründung«, aus Schmidtmanns Erinnerungsbildern, wo der Verkauf durch die Domänenverwaltung erwähnt wird).
  So reicht die Bebauung heute bis an das Chinesische Dörfchen Mou-lang heran und läßt es zum Appendix der großbürgerlichen Bebauung schrumpfen. Die Dorfchaussee mit ihrem Dorfplatz liegt unter dem Asphalt der Mulangstraße begraben und ist zur Erschließungsstraße und schnellem Schleichweg für den Durchgangsverkehr verkommen.

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Die Mulangstraße zweigt von der Wilhelmshöher Allee an der »AufsichtersWohnung« ab. Dahinter die Ayurveda-Klinik.


Etwas weiter oben: Im Hintergrund ist der schöne Wasserfall am Ausfluß des Lac hinter Hecke und Autos kaum zu erkennen:
»
Neu entstanden durch ihn [Kurfürst Friedrich Wilhelm I] unter Leitung des Hofgärtners Sennholz [...] die reizvollen kleinen Kaskaden unterhalb des Lac, an deren Vollendung der Kurfürst lebhaften persönlichen Anteil nahm.«


2003: Mulangstraße, 20 Meter vom Lac.
Geparkt wird auf den Rasenflächen des Parks und auf dem Parkweg zum Lac.


2003: Blick nach oben, Richtung Friedhof.


Die Mulangstraße muß vom Verkehr befreit werden.
Sie bildet nicht die Grenze des Parks, als welche sie jetzt wahrgenommen wird, sondern ist eine historische Parkchaussee, die innerhalb des Parks liegt und eine wichtige ästhetische Funktion hat. Auch das zerteilte Dorf Mou-lang muß wieder zusammenwachsen. Auch der historische Friedhof, auf dem der große Parkgestalter Wilhelm Steinhofer ruht, darf nicht mehr isoliert und verlärmt sein.

Wie ist die heutige Situation in der Mulangstraße (die übrigens im Prospekt von »kassel tourist« als »Kurweg« ausgewiesen ist)? – Die Mulangstraße wird als Durchfahrtsstraße benutzt. Durch die starken Steigungen entsteht besonders viel Lärm. Dadurch, daß die Straße gut ausgebaut ist und nicht von dichter Bebauung umgeben ist, wird teilweise sehr schnell gefahren.

Aus dem »Verkehrskonzept Schloß und Schloßpark Wilhelmshöhe« der Staatlichen Verwaltung der Schlösser und Gärten Bad Homburg von 1997 (das ist schon einige Jahre her, seitdem hat sich aber nichts verändert):

»
2.3 Mulangstraße – Situation:
Die Mulangstraße wird immer mehr durch die Stadt Kassel ausgebaut. Es besteht zwar eine Zone 30 km/h, diese wird jedoch nicht kontrolliert. Durch den Ausbau der Straße entsteht immer mehr der Eindruck, daß der Park auf der Nordseite der Straße beginnt. Im unteren Bereich, Höhe Wicker-Klinik [der heutigen Ayurveda-Klinik], wird die Straße zur Parkseite regelmäßig zugeparkt. – Bei der Zählung wurden hier im Schnitt 28 parkende Fahrzeuge auf einer Länge von 146 m gezählt. Dadurch entsteht ein Gefahrenpunkt, da immer wieder Fahrzeuge bei Gegenverkehr auf den Gehweg ausweichen. Daß es noch zu keinem schweren Unfall kam, ist ein Wunder. Im Frühjahr 1997 wurden durch die Stadt Kassel zwar Parkverbotsschilder aufgestellt, diese betreffen aber nur die kritischsten Bereiche z.B. in den Kurven. – Im Bereich Hugo-Preuß-Str. bis Schloßteichstraße parken die Fahrzeuge oft auf dem Gehweg. Dadurch kann der Gehweg nur schwer von Fußgängern benutzen werden. Darüber hinaus gestaltet sich der Winterdienst sehr schwierig, teilweise ist ein Streuen nicht möglich.
  Bei einer Verkehrszählung am 17. September 1997 wurden ca. 1000 Fahrzeuge gezählt, welche die Mulangstraße in Höhe der Kurhausstraße befuhren. Hier ist eine effektive Reduzierung dringend notwendig.
« [Zumal in Höhe der Kurhausstraße die Fahrzeuge nicht mitgezählt sind, die vorher in Wigand- und Schloßteichstraße abgebogen sind, was etwa die Hälfte sein dürfte.]

»
2.3.1 Maßnahmen durch die Stadt Kassel, die Wicker-Klinik und durch die Verwaltung der Staatlichen Schlösser und Gärten
Ziel muß sein, den ruhenden Verkehr und den Durchgangsverkehr aus der Straße Mulang her-auszunehmen und die Einheit des historischen Bereichs »Mulang« wiederherzustellen und die Zugehörigkeit zum Schloßpark wieder herauszuarbeiten.
  Stadt Kassel – Ein weiterer Ausbau der Mulangstraße (Verbreiterung, Asphaltierung) findet nicht statt. Entlang der Straße Mulang werden Parkverbotsschilder aufgestellt und Kontrollen durchgeführt. Die Straße Mulang wird als Anliegerstraße eingerichtet. Zusätzliche Fußgängerüberwege in Höhe der Schloßparkzugänge werden eingerichtet.
  Wicker-Klinik – Die Wicker-Klinik optimiert ihr Angebot an Betriebsangehörige und Kurgäste zur alleinigen Nutzung der eigens für diese Anlage erbauten Tiefgarage, um den ruhenden Verkehr von der Straße zu holen. Darüber hinaus steht ausreichend Parkraum auf den öffentlichen Parkflächen an der Endhaltestelle Wilhelmshöhe zur Verfügung.
  Verwaltung der Staatlichen Schlösser und Gärten – Die Hecken auf der Schloßparkseite werden teilweise entfernt oder versetzt, um die Einheit des Bereichs Mulang und die Zugehörigkeit zum Schloßpark zu verdeutlichen.
«

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Die »Königs-Chaussee« Ende 1998, also die Verlängerung der Wilhelmshöher Allee in den Park hinein und aufs Schloß zu. Heute ist dieses in der Blickachse gelegene Areal für den Park optisch zurückgewonnen.

Das einzige Beispiel einer Verbesserung in den vielen Jahren seit der Positionierung des Bergparks Wilhelmshöhe auf der UNESCO-Tentativliste 1986 und seit der Erlangung des Prädikats »Bad«: Der häßliche Parkplatz in der Sichtachse am Übergang der Wilhelmshöher Allee in die Rasenallee wurde im Jahre 2002 aufgelöst und zum Park passend gestaltet. Vor allem der Ortsbeirat Wilhelmshöhe / Wahlershausen hatte sich hierfür eingesetzt und Verfügungsmittel freigegeben. Hier sei an die Abschiedsworte des hochverdienten Ortsvorstehers Wilhelmshöhe / Wahlershausen, Herrn Konrad Saure (CDU) erinnert, der als Abschiedswunsch für seinen Stadtteil die dringend fällige Verkehrsverminderung nannte.

  (Nach oben zum Inhaltsverzeichnis.)
 

Lärm in Park und Kurgebiet

»Es bleibt somit weltweit eines der ungeklärten anthropologischen Rätsel, weshalb der menschliche Forschergeist, der unablässig an der Minimalisierung der Dinge oder Probleme arbeitet, keinerlei Anstrengung unternimmt, den Geräuschpegel herabzusetzen. Gott muss eine tiefe Furcht vor der Stille in des Menschen Herz gepflanzt haben, eine Art Angst davor, dass der zweite Sündenfall uns das Paradies zurückbrächte.« (Andrea Köhler, NZZ vom 10.12.2003)

Ohne Rücksicht auf das Kurgebiet und seine Gäste, ebenso ohne Rücksicht auf die künftigen UNESCO-Welterbestätten werden beliebig lärmige Veranstaltungen im Bergpark Wilhelmshöhe und in der Peripherie genehmigt. Überschreitungen der für Kur- und Wohngebiete genau festgelegten zulässigen Lärm-Immission werden offenbar jederzeit hingenommen. Haupt-Lärmzentren sind das HR-Gelände auf der ehemaligen Domäne zu Füßen des Parks, die Schloßwiese im Park und die Tennisplätze unmittelbar neben der Ayurveda-Klinik und dem Burgfeld-Krankenhaus in Bad Wilhelmshöhe. Auf diesen Plätzen, die seit vielen Jahren von der Verwaltung der Staatlichen Schlösser und Gärten gepachtet sind, finden auch gern mehrtätige Open-Air- bzw. Zelt-Veranstaltungen statt, die nicht nur »jedes Zelt zum Beben« bringen, sondern auch die Gäste und Patienten der Kliniken:

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Nachweise
*1 A. Holtmeyer (Hg.): W. Strieder’s Wilhelmshöhe, Marburg 1913
*2 Jürgen Fechner: Luftqualität im Kurbezirk Wilhelmshöhe – Was tun?, in: Bürgerverein Wilhelmshöhe/Wahlershausen (Hg.): Magazin »WW«, Kassel, Dezember 1992
*3 W. Döring: Beschreibung des Kurfürstlichen Landsitzes Wilhelmshöhe bey Kassel. Mit Kurfürstlich Hessischem gnädigsten Privilegio, Cassel 1804


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